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Holzbild-Kunst

– Astrid Hertel –

 

 

Kolibri mit Akelei

Weiße Iris

Cornus alba

Blätter einer Weinranke

Rankenmotiv eines Grisaillefensters

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Holzbilder, Intarsien oder Marketerie ?

 

B ei meinen Bildern stehen künstlerischer Inhalt und Ausdruck im Vordergrund. Den Anfang bildet meist eine Inspiration, Idee oder Beobachtung. Ich setze mich mit Bereichen meiner Lebensumwelt und meiner Umgebung auseinander, die mir besonders wichtig sind, das sind Bereiche, die ich sehr aufmerksam wahrnehme, erspüre und interpretiere. Mir liegt daran, meine Ideen und Inhalte, die sich nach und entwickeln, künstlerisch in eine kristalline, mitteilbare Form zu bringen und dabei die Akzente zu setzen, die ich in meinen Bilder unbedingt ausdrücken möchte (Näheres dazu in der Galerie).

So stellte sich mir beim Umsetzen der Entwürfe für meine Bilder öfters die Frage, was eigentlich die richtige Bezeichnung dafür wäre. Der Begriff Holzbilder ist hier der Treffendste. Die nahe liegenden Begriffe Intarsien und Marketerien möchte ich kurz erklären: Intarsien (von arab. tarsi, Verbindung) sind ursprünglich Einlege-Arbeiten, bei denen Furniere in massives Holz eingesetzt werden. Das Aufleimen zusammen gesetzter kleiner Furnierstücke auf ein Träger-Blindholz (das man nicht sieht) nennt man Marketerie. Dieses Verständnis hat sich in Deutschland aber nicht so recht durchgesetzt. Fast alle Arbeiten, die eigentlich Marketerien sind, bezeichnet man hier meist als Intarsien, und leider nicht nur das, siehe folgender Beitrag...

 

Der künstlerische Mittelpunkt meiner Bilder findet seinen Ausdruck zunächst einmal in differenzierten und exakten Vorbereitungsarbeiten. In mehreren Skizzen nähere ich mich an meine Motive an und lege dabei fest, wie genau ich sie abbilden, akzentuieren, verändern oder sogar etwas verfremden möchte. Es folgen dann Aquarellstudien, bei denen es u. A. um Helldunkel, Farben, die Gesamtharmonie, Kontraste etc. geht. Es ist eine von vielen Techniken, dass ich die Bilder aus Holz fertige, zusätzlich zu Ausführungen in Aquarell, Kreide oder als Bleistiftzeichnung, aber es sind die Farben des Materials Holz, die mich besonders ansprechen, wenn ich natürliche und sehr ausdrucksstarke Bilder gestalten möchte.

Diese Zusammenhänge werden nicht klar, wenn ich die Begriffe Marketerie oder Intarsie verwende. So nenne ich meine Bilder Holzbilder - weil es besondere Bilder sind, Bilder, für deren Ausgestaltung ich das natürliche Material Holz gewählt habe.

Selbstverständlich empfinde ich - trotz dieser Unterschiede - eine sehr große Wertschätzung für die ursprünglichen Intarsien-Arbeiten. So sind für mich zum Beispiel Intarsien mit Ornamentmuster eine großartige kunsthandwerkliche Leistung.

Foto mit traditionellen Säge-Intarsien

 
 

 

 

Aquarell Apfel

Seepferd

Muschel

Aus der Geborgenheit

Aquarell Rose

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Intarsien - Begriffsverwirrung

 

Begriffe einer Sprache dienen eigentlich der Verständigung. Aber das funktioniert nur dann, wenn es eine weite Übereinstimmung gibt zwischen dem, was genau ausgedrückt werden soll und dem, was mit einem Begriff eigentlich gemeint ist. Gerade bei Intarsien ist unser traditionelles Verständnis wichtig (in welchen Zusammenhängen wurde der Begriff bei uns jahrelang verwendet ?). Natürlich gibt es ab und an Veränderungen durch gewachsene Bedeutungswandel.

Nach traditionellem Verständnis sind mit dem Begriff Intarsien "hochwertige und kunstvolle Einlegearbeiten" gemeint (s.o.), wobei als Material meist Holz bzw. Metall verwendet wird (Elfenbein, Perlmutt, Stein etc. sind möglich, aber eher Ausnahmen). Mittlerweile greift jedoch eine künstliche Begriffsverwirrung immer mehr um sich.

Die Wortherkunft (Intarsien, von arab. tarsi, Verbindung) wird seit Kurzem oft
als Legitimation dazu verwendet, dieses traditionelle Verständnis nahezu komplett aufzukündigen. Wenn man heute in eine Web-Suchmaschine den Begriff "Intarsien" eingibt, so ist man überrascht von der
Art und Anzahl der Treffer. Immer, wenn irgendwo irgendwie etwas eingearbeitet wurde, ist auf einmal von "Intarsien" die Rede, selbst bei maschinell hergestellten Produkten, seien sie nun aus Kunststoff, Gummi oder Wolle und von Kunsthandwerk noch so weit entfernt.

 

Der offensichtliche Hintergrund: einfach herzustellende Güter, bei denen ein Material in ein Anderes eingearbeitet ist, sollen durch die Verwendung dieses positiv besetzten Begriffes den hellen Glanz des Wertvollen, Einzigartigen und Kunstvollen erhalten. Damit wird der Begriff "Intarsien" natürlich immer unklarer und inhaltsleerer.

Längst hat in der Zwischenzeit die Realität satirische Ansätze des Gegenlenkens weit überholt. Dennoch hier einige nicht ganz ernst gemeinte Vorschläge - wie wäre es z.B. mit

  • Intarsien-Zahnpasta (eingearbeitete Streifen)
  • Intarsien-Sülze (eingearbeitete Fleischstücke) oder
  • Intarsien-Stuten (eingearbeitete Rosinen) ?
Es ist schade, dass z.B. maschinelle Technik-"Intarsien" durch ein derartiges Marketing mittlerweile in der gleichen Kategorie zu finden sind wie seltene und sehr wertvolle Werke aus dem Bereich des Kunsthandwerks. Für sie müsste im Grunde eine neue Bezeichnung geschaffen werden.


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